Tagebuch aus Totemland Auf alter Goldspur zu den Indianern Kanadas
Autorenlesung mit Lichtbildern
Christian Hannig - Reisebuchautor und Journalist - macht das, wovon andere träumen: Ungewöhnliche Fahrradreisen fernab der Zivilisation. Reiseführer sind ihm dabei fremd. Mit ihnen kommt man einem Land nicht wirklich nahe.
Nicht das „Highlight“, sondern der Weg ist das Ziel. Er fährt nicht durch, sondern in ein Land: zu den Menschen, ihrer Kultur und der Natur.
Seine Haltung: Ehrfurcht vor dem, was da ist, Hören und Sehen, sich selber zur Nebensache machen, mit Worten Bilder malen, die Objektive nie erfassen, Bescheidenheit im „Outfit“ (ohne Komfortprodukte und hochwertige Technik), weg von sozialen Unterschieden, fernab eines wie immer gearteten Wachstums- und Überlegenheitsdenkens.
Für eine seiner Extremtouren auf dem Fahrradsattel begab sich Hannig durch die Weite der kanadischen Wildnis in British Columbia. Von Vancouver aus folgte er einen Monat lang der alten Goldgräberfährte in den Norden des Cariboo-Gebirges. Dort oben angelangt, bog er in Richtung Pazifik ab. Er kam durch Ortschaften, die Stonycreek, Hazleton oder Kitwanga heißen – und noch immer von Indianerstämmen besiedelt sind. Abschluss war ein Aufenthalt auf den „Queen Charlotte Islands“, bevor es im Flieger wieder zurück gen Heimat ging. In seinem „Tagebuch aus Totemland" erzählt er über diese außergewöhnliche Reise: Da wird keine Indianer-Romantik vermittelt, sondern Nachdenklichkeit und Staunen über die Wunder einer grandiosen Natur, einschließlich der Begegnung mit Menschen und Tieren. Eine Annäherung, die darauf beruht, nicht belehren zu wollen, sondern hofft, selbst besser zu werden im Umgang mit dem Fremden und neue Maßstäbe an das, was er ist und was er hat, zu legen.
Dem Zuhörer erschließt sich ein Kanada, das man so nicht für möglich hält. In Oststeinbek berichtet Hannig von seinen Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur. „Ich fahre keine Highlights ab“, sagt Christian Hannig. „Ob ein Wasserfall 80 oder 90 Meter hoch ist, ist mir relativ egal.“ Das soll nicht missverstanden werden: Christian Hannig ist ein sehr interessierter Mann. Das Aufspüren und Eintauchen in fremde Kulturen ist ihm eine Herzensangelegenheit. Und das Fahrrad ist lediglich ein Mittel zum Zweck. Geeignet, um sich fortzubewegen und – wer hätte das gedacht? – Standesunterschiede leichter zu überwinden. „Auf meinen Reisen treffe ich häufig sehr arme Menschen. Ihnen stelle ich mich nur als Christian aus Deutschland vor.“ Das Fahrrad hilft, mit ihnen in Kontakt zu treten – Hannig spricht von einer „Brücke zum Menschen“ – und Landschaften bewusster in sich aufzunehmen. Zelt, Schlafsack sowie viele Bücher begleiten den pensionierten Fluglotsen auf jeder seiner Reisen. In Kanada waren es die Aufzeichnungen eines Indianervolks vom Stamm der Skwah. Die Ureinwohner kommen jedoch nicht selber zu Wort – sie lassen den Fluss „Stolo“ für sich erzählen. Sein Gedächtnis bildete die Grundlage für Christian Hannigs Erlebnistour.
Christian Hannig, Globetrotter, Abenteurer, Tourist, Forscher und Sportler: Christian Hannig ist von allem ein bisschen. Ein Wort, das seine vielen Aktivitäten am treffendsten schildert, existiert in der deutschen Sprache allerdings nicht. Man muss sich mit Umschreibungen weiterhelfen, möchte man der Person und dem Wesen des 70-Jährigen gerecht werden. 1941 in Friedland geboren, zunächst Fluglotse, nebenher Ausbildung zum Journalisten. Freier Mitarbeiter einer Tageszeitung, zugleich für Zeitschriften tätig, auch als Fotograf, seit 1989 Reiseschriftsteller. Hobbys: Tier- und Pflanzenkunde, Sammeln von Mineralien und Versteinerungen, Naturfotografie und Reisen. Unternimmt oft im Alleingang ausgedehnte Abenteuerfahrten mit dem Rad vom Roten Meer bis zum Nördlichen Eismeer, auf dem amerikanischen Kontinent bis hinauf nach Alaska, durch Australien und vom Atlantik zum Pazifik quer durch Südamerika. Im Sattel mehrere Erdumrundungen zurückgelegt und bislang elf Bücher veröffentlicht.